Digitale Marketing Strategie

Aufbau einer digitalen Marketing-Strategie (B2B & B2C)

Eine digitale Marketing-Strategie ist ein wesentlicher Teil der Digitalisierung eines Unternehmens. Kaufüberlegungen, die Recherche von Produktinformationen, Kaufentscheidungen und Käufe an sich finden mittlerweile primär online statt, was bedeutet, dass man als Unternehmen auf alle diese digitalen Vorgänge abzielen und sein Marketing dementsprechend anpassen muss.

 

Digitales Marketing bedeutet, dass man digitale Technologien dazu nutzt, seine Kunden oder Konsumenten digital

  • auf sich aufmerksam zu machen,
  • direkt anzusprechen,
  • zum Kauf motiviert, und danach
  • zu Wiederkäufen bewegt.

 

Die Haupt-Zielsetzung bleibt – wie im klassischen Marketing – Abverkäufe zu generieren und Kunden zu binden. Kurzfristig sollte die Zielsetzung jedoch aus konkreten Unter-Zielen bestehen, wie zum Beispiel, Aufmerksamkeit für die Marke bzw. das Produkt zu schaffen, wenn diese noch nicht besonders groß ist, oder Konsumenten/Kunden dazu zu bewegen, das Produkt bzw. die Marke auszuprobieren, oder eine tiefere Kundenbindung zu schaffen. Diese Unter-Ziele basieren auf der aktuellen Position des Produkts bzw. der Marke in den Köpfen der Kunden/Konsumenten und sollten für alle Marketing-Maßnahmen gelten, ob digital oder klassisch.

 

 

7 Elemente einer digitalen Marketing-Strategie

Eine digitale Marketing-Strategie setzt sich aus 7 wesentlichen Elementen zusammen: Webseite, Onlineshop, Social Media, Newsletter, Paid Media, digitale PR, und Apps.

 

1. Webseite

Die Webseite ist das Kernstück des digitalen MarketingsDie Webseite ist und bleibt das Kernstück des digitalen Marketings. Sie ist der einzige digitale Ort, über den ein Unternehmen eine vollkommene Kontrolle über die Kommunikation hat. Insbesondere im B2B-Marketing ist die Webseite der erste Anlaufpunkt für Kunden, da dort alle wesentlichen Informationen zu einem Unternehmen, Marke, oder Produkt gegeben sind, wie zum Beispiel

 

  • Name, Verfügbarkeit, Ausführungen, Inhaltsstoffe, Kompabilität, wesentliche Maße, Preis, etc.
  • Produktkatalog
  • Kontaktmöglichkeiten und Vertriebsorte
  • Offizielle Verbraucher-Informationen, wie z. B. Produktrückrufe

 

Die Webseite ist der digitale Firmensitz oder eine digitale Visitenkarte. Dementsprechend sollte sie sorgfältig gestaltet sein, da auch hier das Prinzip des ersten Eindrucks gilt. Wer zum Beispiel angibt, innovative Produkte anzubieten, während die Webseite jedoch aussieht, als ob sie seit den frühen 2000ern nicht mehr aktualisiert wurde, verliert sehr wahrscheinlich Vertrauen auf Seiten der Kunden.

 

Neben Produkt- und Kontaktinformationen bietet die eigene Webseite auch viele Möglichkeiten, den Besucher in die eigene Marken- oder Unternehmenswelt eintauchen zu lassen, zum Beispiel in der Form von Selbsttests, welches Produkt am besten auf den Kunden/Konsumenten passt, einem Blog oder einem Magazin, der/das über aktuelle Themen zum Produkt oder relevanten Trends aufklärt, oder Anwendungen, über welche Kunden oder Konsumenten Produkte virtuell ausprobieren können.

 

Ein Hinweis zu SEO (Search Engine Optimization): Mit SEO stellt man sicher, dass die eigenen Inhalte, insbesondere die eigene Webseite, von den richtigen Leuten bei deren Suchen im Internet gefunden wird. Häufig wird SEO als eigenes Element im digitalen Marketing genannt; aus meiner Sicht ist das jedoch nicht richtig. Gute Webseiten sollten in jedem Fall mit Hinblick auf SEO so designt sein, dass sie einfach gefunden werden. SEO ist daher ein Element einer guten Webseite und nur indirekt ein Element einer guten digitalen Marketing-Strategie.

 

2. Onlineshop

Ein Online-Shop ist extrem wichtigWenn möglich, sollte die eigene Webseite auch direkt mit einem eigenen Online-Shop verbunden sein, damit die Besucher direkt vor Ort einkaufen können. Alternativ ist es auch möglich, den Onlineshop eines Drittanbieters zu nutzen, wie zum Beispiel Amazon oder Ebay; in diesem Fall sollte von der Webseite eine direkte Verlinkung in diese „Shops in Shop“ bestehen. Für den Fall, dass keine dieser Optionen möglich ist, kann man einen Notiz- oder Einkaufszettel generieren, den die Besucher an ihre E-Mail-Adressen schicken oder in Shopping-Apps abspeichern können.

 

Bei B2B-Unternehmen ist es außerdem möglich, dass man statt einer Einkaufsfunktion eine Kontaktfunktion zur zuständigen Vetriebsperson bietet, bei der mit der Anfrage des Kunden sofort die Produkte mitgeschickt werden, welche der Kunde online angesehen oder gespeichert hatte.

 

3. Social Media

Bei Social Media geht es um die Wahl der richtigen NetzwerkeSoziale Medien sind mittlerweile die Hauptinformationsquelle für viele Konsumente, und auch für B2B-Kunden steigt ihre Relevanz. Bevor man jedoch mit Seiten bzw. Accounts auf allen aktuellen Sozialen Medien loslegt, sollte man genau wissen:

 

  • Wer genau zur eigenen Zielgruppe gehört

Diese Frage sollte sehr einfach zu beantworten sein; immerhin ist die Zielgruppe eine wesentliche Grundlage der gesamten Marketing-Strategie als auch der Geschäftsstrategie. An wen möchten Sie verkaufen? Für wen bieten Ihre Produkte den meisten Mehrwert? Diese Frage ist unumgänglich für ein effektives, zielgerichtetes Marketing.

 

  • Welche sozialen Medien die Angehörigen der Zielgruppe nutzen

Es gibt mittlerweile kein soziales Medium mehr, auf dem jeder vertreten ist. Selbst bei großen Netzwerken wie Facebook ist es so, dass viele Menschen dort zwar noch ein Profil haben, es aber kaum bis gar nicht nutzen. Die anderen Netzwerke sind sehr spezialisiert und richten sich an Benutzer, die gewisse Interessen haben. Daher ist es wichtig, zu wissen, welche sozialen Medien bei der eigenen Zielgruppe überhaupt relevant sind. Soziale Netzwerke zu bespielen, die gar nicht von der Zielgruppe benutzt werden, ist vergebene Mühe.

 

  • Welche Inhalte auf einem jeweiligen Medium erwartet werden

Die meisten sozialen Medien unterscheiden sich durch deren Inhalte voneinander. Während Nutzer (vereinfacht gesagt) auf Instagram zum Beispiel qualitativ-hochwertige Bilder erwarten, welche sie am Leben oder den Geschehnissen anderer teilhaben lassen, geht es bei Twitter um offizielle Informationen und dem Austausch unter Experten und Meinungsführern. Erfolgreiche YouTube-Videos bieten in der Regel entweder einen Unterhaltungswert oder zeigen Anwendungstipps (oft auch beides in einem). Und auf Snapchat erwarten User einen Blick hinter die Kulissen, bei dem man sich selbst nicht so ernst nimmt. Diese ungeschriebenen Regeln muss man beachten, wenn man sich dazu entschließt, ein soziales Netzwerk in sein digitales Marketing einzubinden, da man selbst genau diese Art von Inhalten zur Verfügung stellen muss, um sich erfolgreich in das Medium einzufügen.

 

Je nach Art der Inhalte bedeutet das einen unterschiedlichen Aufwand für deren Erstellung und Pflege, der sich dann natürlich auch in Form von Kosten und benötigten Ressourcen niederschlägt.

 

  • Was das Unternehmen bzw. die Marke überhaupt mitzuteilen hat?

Unterschiedliche Medien benötigen eine unterschiedliche Fülle an Inhalten. Hier ist es wichtig, sich zu fragen, was man denn überhaupt über sich mitteilen kann. Immer nur dasselbe Produkt aus verschiedenen Blickwinkeln zu posten (überspitzt gesagt), wird kaum begeisterte Follower anziehen. Bevor man also ein soziales Medium benutzt, sollte man sich auch überlegen, was man darüber regelmäßig und abwechslungsreich mitteilen kann.

 

4. Newsletter

Newsletter sind weiterhin effektivNewsletter bleiben weiterhin ein wichtiges Instrument im digitalen Marketing, und zwar insbesondere im B2B-Marketing. Während man im Bereich B2C Newsletter vor allem dazu nutzen kann, besonders treue Kunden mit speziellen Rabatten oder Vorab-Informationen zu belohnen, haben Newsletter im B2B-Marketing die Möglichkeit, Kunden regelmäßig direkt über deren E-Mail-Postfächer an ein Produkt oder ein Unternehmen zu erinnern, und sich dabei als Partner des Kunden positionieren. In der Business-Welt zählen Expertise und aktuelle Informationen. Wenn es also möglich ist, dass man seinen Kunden per Newsletter regelmäßig Informationen zukommen lässt, die für ihren Tätigkeitsbereich relevant sind und die ihnen dabei helfen, ihr Wissen weiter auszubauen und sich über Trends zu informieren, kann man durch Newsletter im B2B-Marketing eine enge Kundenbindung aufbauen. Je personalisierter ein Newsletter dabei ist, umso besser – sprich, man schickt unterschiedliche Newsletter an Angehöriger unterschiedlicher Branchen, oder unterschiedlicher Fachbereiche, unterschiedlicher Hierarchiestufen, o. ä..

 

5. Paid Media

Paid Media schaffen zusätzliche ReichweitenPaid Media, also bezahlte Werbung im Internet, ob in Form von Online-Bannern, als Anzeigen auf sozialen Medien, oder auch Google Adwords, werden häufig von Unternehmen benutzt, um die eigene Reichweite online noch mehr auszuweiten. Auch wenn diese Reichweite nicht organisch ist, sind Paid Media in der Regel unumgänglich, da mittlerweile die meisten sozialen Netzwerke Unternehmen für wesentliche Reichweiten bezahlen lassen, sowie dafür, dass man mit ihrer Hilfe sehr genau seine Zielgruppen ansprechen kann.

Viele Internet-User benutzen mittlerweile AdBlocker, um Online-Werbung aus dem Weg zu gehen. Trotzdem zahlen sich Paid Media derzeit in der Regel immer noch aus. Falls man sich dazu entschließt, Paid Media als festen Teil seiner digitalen Marketing-Strategie einzubinden, würde ich empfehlen, eine Media-Agentur einzubinden. Auch wenn es relativ einfach ist, Online-Anzeigen selbst einzustellen, bieten Media-Agenturen Vorteile:

  • Breites Fachwissen, inklusive guter Kenntnis der neuesten Trends und Entwicklungen im Paid-Media-Bereich
  • Weitreichende Erfahrung, insbesondere durch die Arbeit mit verschiedenen Kunden und Branchen
  • Häufig ein direkter Draht zu den Anbietern von Paid Media, wie z. B. Google, Facebook, Twitter, etc.: Auch wenn man als einzelnes Unternehmen leicht Werbung über diese Anbieter einstellen kann, sind sie für einzelne Unternehmen kaum bis gar nicht erreichbar. Gute Media-Agenturen haben jedoch in der Regel Ansprechpartner bei diesen Anbietern und können von ihnen direkt zu Kampagnen beraten werden

 

6. Digitale PR

Auch PR wird digitalisiertAuch in der Presse-Arbeit gibt es durch die digitalen Medien einige Veränderungen. Während sowohl Zeitungen als auch Zeitschriften eine Online-Präsenz aufgebaut haben, sind auch noch weitere, neue Meinungsführer hinzugekommen, wie zum Beispiel Social Media Influencer oder auch reine web-basierte Magazine und Blogs.

Diese müssen zum einen auch in die Presse-Arbeit aufgenommen werden, benötigen andererseits jedoch Inhalte, welche sehr von den klassischen Pressemitteilungen abweichen, wie zum Beispiel Videos und viele Bilder anstelle von langen Texten. Dazu gehören auch detailliertere Produktinformationen, wie zum Beispiel Preise, Ausführungen, Gewicht, Maße und Links zu Online-Shops; häufig werden diese von Lesern angefragt.

 

7. Apps

Vorletzte Woche habe ich bereits darüber geschrieben, ob und wann man eine App für die eigene Marke entwickeln sollte. Grundsätzlich gelten dieselben Prinzipien auch für Apps im B2B Bereich.

 

 

 

 

Natürlich ist es nicht leicht, alle sieben Elemente erfolgreich aufeinander abzustimmen, sodass man eine digitale Marketing-Strategie erhält. Ohne erfahrene Digital Marketing Manager ist dies fast unmöglich. Dennoch sollten diese Punkte zumindest dabei helfen, ein grobes Gerüst für das eigene digitale Marketing aufstellen zu können, und einen guten Digital Marketing Manager auszuwählen, falls es im Unternehmen noch keinen gibt.