Innovation

Innovationsprozesse im Rahmen der Digitalen Transformation: Was sich ändert – und was nicht

Dies ist der 2. Teil meiner Blog-Reihe zur Einführung in die Digitalisierung. Teil 1 finden sie hier.

 

Teil 2

Was man immer im Kopf behalten sollte: Innovation ist und bleibt unübersichtlich.

Sind es die neuen Technologien, die den Wandel der Digitalen Transformation auslösen? Oder löst der menschliche Wunsch nach Veränderung die Entwicklung neuer Technologien aus? Die Antwort lautet: Beides. In der Regel entwickelt der Mensch neue Technologien um eine konkrete Veränderung umzusetzen, entdeckt jedoch kurz darauf ganz andere Nutzungsweisen derselben Technologie und löst damit weitere Veränderungen aus.

 

Das Pferd von vorne und von hinten aufzäumen

Für Unternehmer und Entscheider bedeutet das konkret, dass die Auswahl relevanter Wege und Instrumente zur Digitalisierung etwas chaotisch sein kann und viel mit Experimenten zu tun hat. Zum einen muss im Auge behalten werden, welche relevanten digitalen Entwicklungen es bereits gibt, die auch im eigenen Unternehmen Anwendung finden könnten, und zum anderen muss man sich gleichzeitig überlegen, welche digitalen Technologien ideal wären, um die eigenen Produkte, Prozesse und Geschäftspraktiken noch zu verbessern. Und dann besteht noch die Frage, ob man eine Anpassung oder eine Neuentwicklung der gewünschten Technologie intern oder extern umsetzt.

Um der Aufgabe als Nutzer und als Entwickler gerecht zu werden ist es daher nötig, sich zum einen mit aktuellen digitalen Entwicklungen und Anwendungsbeispielen im Markt und in der Gesellschaft auseinanderzusetzen in dem man zum Beispiel mit externen Partnern, Experten, Anbietern und Startups spricht und zusammenarbeitet. Gleichzeitig muss man jedoch auch in das eigene Unternehmen hineinhorchen, und dort regelmäßig detailliert mit Mitarbeitern und Fachabteilungen auf Ideensuche gehen, wie Abläufe und Produkte optimiert und digitale Technologien dabei eingesetzt werden könnten.

 

Worauf es bei Innovation im Rahmen der Digitalisierung ankommt

Insgesamt ist dies also ein sehr ineffizienter, ungeordneter Prozess, der grundsätzlich jedoch nichts Neues ist. Im Gegenteil, den meisten Unternehmen, die großen Wert auf Innovationen legen, wird das alles hier sehr bekannt vorkommen. Doch auch innovationsorientierte Firmen geraten aktuell bei der Digitalen Transformation an ihre Grenzen, da die Digitalisierung eine sehr starke Beschleunigung von Innovationsprozessen ermöglicht – und entsprechend im Wettbewerb auch fordert.

Die Fähigkeit, einen dynamischen und zügigen Innovationsprozess zu entwerfen und umzusetzen ist daher im Zeitalter der Digitalisierung absolut kritisch für den Erfolg eines Unternehmens. Betriebe und Organisationen, die bereits eine stetige Innovationspraxis besitzen, sind in dieser Hinsicht oft im Vorteil, da sie diese bestehende Praxis einfach weiterentwickeln und beschleunigen können. Allerdings kann ein bestehender Innovationsprozess auch zum Nachteil werden, da es oft weitaus schwerer ist, bestehende Strukturen und Prozesse zu verändern (beschleunigen), als diese komplett neu aufzubauen.

Für Unternehmen bedeutet dies also, dass sie ihre eigenen Innovationsprozesse sehr genau unter die Lupe nehmen müssen um zu prüfen, ob diese agil genug für die Anforderungen der Digitalisierung sind. Danach müssen gegebenenfalls Anpassungen in die Wege geleitet werden, damit das Unternehmen mit der geforderten Schnelligkeit von Innovation im Rahmen der Digitalisierung Schritt halten kann.

Was jetzt vielleicht sehr einfach und logisch klingt ist meiner Erfahrung nach in der Realität eine echte Herausforderung: Zum einen tendieren viele Unternehmen dazu, ihre eigene Innovationsleistung zu überschätzen, und zum anderen benötigt eine Beschleunigung der Innovationsprozesse wie jede Form von organisatorischer Veränderung Zeit, bis die Anpassungen wirklich greifen – dabei ist Zeit genau das, was das Unternehmen nicht hat. In dieser Hinsicht tickt die Uhr der Digitalisierung daher gleich doppelt. Je baldiger Unternehmen also ihre Innovationsprozesse überprüfen und überarbeiten können, umso besser stehen ihre Chancen, ihre eigene Digitale Transformation erfolgreich umzusetzen.

 

Die nächsten Teile in dieser Reihe veröffentliche ich innerhalb der nächsten zwei Wochen. Um keinen neuen Post zu verpassen, folgen Sie mir gerne auf Twitter, LinkedIn, oder Xing, oder melden Sie sich am Ende dieser Seite für meinen Newsletter an.

 

Picture Credit: “fishbowl jump” (CC BY 2.0) by Kay Kim(???)

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